Osteomyelitis (chronische Knocheninfektion) behandeln mit hyperbarer Sauerstofftherapie (HBO)

Die Osteomyelitis ist eine Infektion des Knochengewebes, die sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann. Besonders die chronische Form – auch als chronische Knocheninfektion bezeichnet – stellt eine große medizinische Herausforderung dar und kann zu langanhaltenden Beschwerden führen.

Durch die eingeschränkte Durchblutung im betroffenen Knochen ist die körpereigene Abwehr oft reduziert. Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) kann als ergänzende Behandlung dazu beitragen, die Sauerstoffversorgung im Gewebe zu verbessern und die Bekämpfung der Infektion gezielt zu unterstützen.

Häufige Fragen zur Osteomyelitis

Bei der Osteomyelitis handelt es sich um eine bakterielle Infektion des Knochens, die sich auch auf das umliegende Gewebe ausbreiten kann. Umgangssprachlich wird sie häufig als Knocheninfektion oder Knochenentzündung bezeichnet.

Es wird unterschieden zwischen:

  • akuter Osteomyelitis (plötzlich auftretend)
  • chronischer Osteomyelitis (langandauernd, wiederkehrend)

Die chronische Osteomyelitis wird häufig auch als chronische Knocheninfektion bezeichnet.

Typische Merkmale sind:

  • Schmerzen im betroffenen Knochenbereich
  • Schwellung und Rötung
  • Überwärmung
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • bei chronischen Verläufen: wiederkehrende Beschwerden oder Fistelbildung

Die Behandlung einer Osteomyelitis ist häufig komplex, da das infizierte Knochengewebe schlecht durchblutet ist und somit nur eingeschränkt auf Medikamente anspricht.

Mögliche Gründe:

  • eingeschränkte Durchblutung im betroffenen Knochen
  • reduzierte Sauerstoffversorgung
  • erschwerte Wirkung von Antibiotika
  • Bildung von abgestorbenem Gewebe (Nekrosen)
  • chronische Entzündungsprozesse

Gerade bei der chronischen Knocheninfektion können sich Bakterien dauerhaft im Gewebe festsetzen.

Bei der HBO wird reiner Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck eingeatmet. Dadurch kann deutlich mehr Sauerstoff im Blut gelöst und gezielt in das infizierte Knochengewebe transportiert werden.

Dies kann folgende Effekte unterstützen:

  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung im infizierten Gewebe
  • Unterstützung der körpereigenen Immunabwehr
  • Verbesserung der Wirksamkeit von Antibiotika
  • Förderung der Geweberegeneration
  • Hemmung von Entzündungsprozessen

Die HBO ist eine anerkannte ergänzende Therapie bei chronischen Infektionen und wird in der Regel in Kombination mit antibiotischer und ggf. chirurgischer Behandlung eingesetzt.

Die hyperbare Sauerstofftherapie kann insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn:

  • eine chronische Knocheninfektion vorliegt
  • wiederkehrende Entzündungen auftreten
  • die Infektion auf Standardtherapien nicht ausreichend anspricht
  • die Durchblutung im betroffenen Bereich eingeschränkt ist
  • operative Maßnahmen ergänzt werden sollen

Eine individuelle ärztliche Einschätzung ist Voraussetzung für die Behandlung.

Ziele der Behandlung

Die hyperbare Sauerstofftherapie zielt darauf ab, die Infektionsbekämpfung zu unterstützen und die Heilung des betroffenen Gewebes zu fördern.

Mögliche Ziele:

  • Unterstützung der Infektionskontrolle
  • Verbesserung der Antibiotikawirkung
  • Förderung der Geweberegeneration
  • Stabilisierung des betroffenen Knochens
  • Reduktion von Beschwerden

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt in einer Druckkammer unter medizinischer Betreuung. Während der Sitzung atmen Sie reinen Sauerstoff unter erhöhtem Druck ein.

Typischer Ablauf

  1. Ärztliche Untersuchung und Einschätzung
  2. Individuelle Therapieplanung
  3. Durchführung mehrerer Sitzungen
  4. Regelmäßige Kontrolle des Verlaufs

Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 90 und 180 Minuten.

Weitere Informationen

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